Einblicke in die Alltagswelt
Donnerstag, 25.03.2010 10:22Unser letzter Tag in der Wildnis.
Wie gewohnt kam der Weckruf um 5.30 Uhr. Nach einem kurzen Frühstück in unserer Lodge ging es bereits auf den Rückweg. Vor uns lagen rund 600 Kilometer Autofahrt in die Hauptstadt Gaborone.
Aber selbst auf unserer langen Fahrt wurde uns noch einiges geboten. Unseren ersten Stopp machten wir in einem kleinen Städtchen namens Motlhabaneng. Freundlich wurden wir von Chief Kanono vom Volk der Babirwa (Foto Mitte) empfangen, anschließend ging es auf einen kleinen “Bauernhof” mitten in der Wildnis.
Eine nette Familie mit zwei kleinen Kindern hieß uns willkommen und zeigte uns, wie sie so leben, mit all ihren Tieren. Besonders stolz waren sie auf ihre Kühe. 
Es sind rund 20 Milchkühe, Jungbullen und auch Kälber gewesen. Um an die Milch der Kühe zu kommen, trennen die Bauern die Kälber von den Müttern und erst wenn gemelkt werden muss, dürfen die Kleinen zur Mama. Die Kälber melken kurz an, dann stößt der Bauer sie wieder weg und melkt die Kuh per Hand weiter. Eine botswanische Kuh gibt übrigens rund fünf Liter Milch.
Die Familie hatte auch noch Ziegen und einige Esel.
Wusstet Ihr eigentlich, dass man aus Palmen ein leckeres alkoholisches Getränk herstellen kann? Bei unserem nächsten Stopp wurde uns genau das demonstriert. Eine Palme wird per Hand angeschnitten. Die Flüssigkeit, die man dann langsam daraus gewinnt, gärt und wird schließlich zu einem Getränk, dessen Geschmack dem des Federweißer ähnelt - wir probierten den Palmensaft natürlich.
Einige Mitbringsel für Zuhause konnten wir heute in einer kleinen Korbflechterei (eine Frauenkooperative) erwerben. Für einen sehr günstigen Preis haben wir Körbe, Tischsets und auch Schalen aus geflochtenen Palmenwedeln gekauft.
In Gaborone angekommen wurden wir im Hotel Gaborone Sun untergebracht, ein nettes City-Hotel mit internationalem Publikum.
Eins möchte ich Euch noch berichten, aber von gestern:
Während die anderen Scouts auf dem Game Drive am Abend waren, hatte ich die Möglichkeit, auf eine Pferde-Safari zu gehen.
Ich wurde zu dem Stall gefahren und war begeistert. Die eigenständige Lodge Limpopo Valley hat 35 wirklich sehr gute, gesunde Pferde in allen Größen und Farben. Die Lodge ist sehr groß und die Ställe sind mit einem Fliegen- und Moskitoschutz ausgestattet. Einen Ventilator gibt es auch. Ebenso eine große, sehr hoch eingezäunte Wiese für die Pferde, einen Reitplatz mit Oxern und sogar einen Longierzirkel.
Ich bekam den General zugeteilt, so hieß mein Pferd. Und nach einem kurzen Reittest auf dem Reitplatz starteten wir auch schon in die Wildnis. Drei Guides haben mich begleitet.
Wir sahen viele Tiere, und man kam auf dem Pferd auch besonders nah an sie heran. Beim Galoppieren lagen auch immer wieder Baumstämme im Weg, über die wir springen konnten. Das habe ich natürlich auch gemacht.
General ließ sich wirklich sehr gut reiten und reagierte auf alle Hilfen, die ich ihm gegeben habe.
Die Lodge bietet übrigens auch mehrtägige Safaris an, bei denen man entweder von Lodge zu Lodge reitet oder in sehr luxuriösen Zelten übernachten kann. Ich habe beschlossen, jetzt etwas sparen und auf Reitsafari nach Botswana fahren. Es lohnt sich wirklich und ist ein einmaliges Erlebnis.
Viele Grüße Lydia
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